Call und Put Optionen für den Forex Handel

Welche Handelsarten (Optionen) werden von den Brokern angeboten?

Beim Binäroptionshandel gibt es nicht nur eine Handelsart, sondern je nach Binäroptionsbroker unterschiedliche Möglichkeiten, die im Folgenden näher erklärt werden.

Call- und Put-Option

Die Call- und Put-Optionen werden bei einigen Brokern auch als „Hoch/Tief“ oder „Up/Down“ bezeichnet und stellen die klassische Variante dar, die von jedem Broker angeboten wird. Wenn der Trader prognostiziert, dass der Kurs eines ausgewählten Basiswertes steigen wird, wählt er eine Call-Option. Im umgekehrten Fall, wenn also angenommen wird, dass der Kurs sinken wird, wählt er eine Put-Option. Die Laufzeit des Trades kann individuell ausgewählt werden und beginnt meist ab 15 Minuten bis hin zu mehreren Stunden, Tagen oder Wochen. Wie sich der Kurs während der Laufzeit entwickelt, ist unerheblich. Wichtig ist nur, wo der Kurs zum Verfallszeitpunkt bzw. am Ende der Laufzeit steht.

Kurzfristige Optionen (Turbo-Optionen) 

Turbo Pilot beim Forex Handel
Turbo Option beim Forex Handel

Kurzfristige Optionen, insbesondere die 60-Sekunden-Optionen sind äußerst beliebt. Gehandelt wird hier ebenfalls mit Call- und Optionen. Allerdings sind die Laufzeiten wesentlich kürzer. Einige Broker bieten sogar Laufzeiten ab 30 Sekunden an. Üblich sind aber 60 und 120 Sekunden. Angeboten werden zudem 2 und 5 Minuten. Es mag natürlich verlockend sein, innerhalb so kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen, jedoch sind kurzfristige Optionen sehr riskant und für Anfänger nicht geeignet, da diese eine kurze Reaktionszeit erfordern und hier ein gewisses Maß an Erfahrungen vorhanden sein muss.

Touch-Optionen

Touch-Optionen seine eine weitere sehr beliebte Handelsart. Der Kurs eines ausgewählten Basiswertes muss hier innerhalb der Laufzeit einen Zielkurs, der vorab festgelegt wurde, einmal berühren („touch“), weshalb sie auch oft als One-Touch-Optionen bezeichnet werden. Der festgelegte Zielkurs kann dabei ober oder unter dem aktuellen Kursniveau liegen und wird in der Regel vom Broker bestimmt. Sobald der Kurs den Zielkurs erreicht, wird der Trade automatisch geschlossen und der Gewinn ausgezahlt.

Einige Broker bieten auch die No-Touch-Optionen an, die das Gegenteil der One-Touch-Optionen darstellen. Wie der Name schon sagt, darf der Kurs den Zielkurs nicht berühren. Sollte der Kurs den Zielkurs berühren, wird der Trade ungeachtet des Verfallszeitpunktes sofort geschlossen und der Trader erleidet einen Verlust.

Viele Binäroptionsbroker bieten One-Touch-Optionen im sogenannten High-Yield-Modus an. Hier legt der Broker die zu erreichenden Zielkurse wesentlich weiter entfernt fest, als bei den normalen One-Touch-Optionen. Das Risiko ist also enorm hoch. Dafür wird der Trader aber mit einer Rendite von bis zu 600 Prozent und bei einigen Brokern sogar bis zu 1000 Prozent belohnt. Geeignet ist diese Handelsvariante aber aufgrund des hohen Risikos und der schweren Einschätzbarkeit für fortgeschrittene oder professionelle Trader.

Range-Optionen

Range-Optionen oder besser bekannt als Boundary-Optionen werden bisher nur von wenigen Brokern angeboten. Hier wird die Range („Grenze“) durch eine vorab festgelegte Kursuntergrenze und Kursobergrenze bestimmt. Zum Verfallszeitpunkt muss sich der Kurs eines Basiswertes entweder innerhalb oder außerhalb dieser Grenze bewegen. Dabei werden die Grenzen vom Binäroptionsbroker bestimmt. Im Gegensatz zu den One-Touch-Optionen ist bei den Range-Optionen nur der Verfallszeitpunkt ausschlaggebend. Somit ist es unwichtig, ob sich der Kurs innerhalb der Laufzeit innerhalb oder außerhalb der Grenze bewegt.

Unterschieden wird zwischen den beiden folgenden Varianten:

  • Inside-Optionen: Der Broker legt eine obere und untere Kursgrenze fest. Bei den Inside-Optionen wird ein Gewinn erzielt, wenn sich der Kurs des ausgewählten Basiswertes zum Verfallszeitpunkt innerhalb der vorgegebenen Grenzen befindet.
  • Outside-Optionen: Auch hier legt der Broker eine obere und untere Kursgrenze fest. Ein Gewinn wird aber nur erzielt, wenn sich der Kurs des Basiswertes zum Verfallszeitpunkt außerhalb der Grenze bewegt.

Range-Optionen werden bei vielen Brokern auch als High-Yield-Variante mit hohen Renditen angeboten. Demgegenüber steht aber ein enorm hohes Risiko.

Pair-Optionen

Wie schon der Name sagt, geht es hier um Paare („Pair“). Gemeint sind hiermit Basiswerte aus einer Anlagenklasse, die gegeneinander antreten. In der Regel geben die Broker verschiedene Paare vor, wie zum Beispiel die Apple-Aktie gegen Microsoft-Aktie oder die BMW-Aktie gegen Daimler-Aktie. Zwar besteht auch die Möglichkeit, fremde Basiswerte zu paaren (z. B. Amazon-Aktie gegen Gold), empfehlenswert ist das aber nicht. Basiswerte aus einer Anlagenklasse können sehr gut analysiert werden, sodass eine recht gute Prognose abgegeben werden kann. Bei verschiedenen Basiswerten ist dies nahezu unmöglich.

Wenn die beiden ausgewählten Basiswerte gegeneinander antreten, muss der Trader vorhersagen, welcher Basiswert am Ende der Laufzeit besser performen wird. Ob die Kurse steigen oder fallen werden, ist hier nicht relevant. Es geht lediglich darum, welcher Kurs sich am Ende besser entwickelt hat.

Ladder-Optionen

Diese Handelsart wird derzeit nur äußerst selten von Brokern angeboten, weshalb hier nur kurz darauf eingegangen wird. Es gibt hier sechs unterschiedliche Kurslinien sowie fünf Zielwerte, die vom Broker vorgegeben werden. Hierauf werden dann jeweils Call- oder Put-Optionen gesetzt. Demzufolge werden also mehrere Trades auf denselben Basiswert gleichzeitig gesetzt.

Weitere Handelsarten

Einige Broker entwickeln selbst Handelsarten, die dann auch nur bei diesem Broker genutzt werden können. Bevor diese jedoch genutzt werden, sollten sich Trader ausführlich über die Funktionsweise und Bedingungen informieren.

Zusatzfunktionen

Mittlerweile bieten viele Binäroptionsbroker zahlreiche Zusatzfunktionen zur Risikominimierung oder Gewinnmaximierung an. Hierzu gehören unter anderem:

  • Verlustabsicherung: Einige Broker bieten entweder eine feste oder variable Verlustabsicherung an. Dabei liegt die feste Verlustabsicherung bei bis zu 15 Prozent. Bei der variablen Verlustabsicherung können Trader die Höhe selbst bestimmen. Jedoch ist zu beachten, dass je höher der Prozentsatz gewählt wird, desto niedriger wird die Rendite.
  • EarlyClosure-Funktion: Mit dieser Funktion können laufende Trades frühzeitig geschlossen werden, wenn abzusehen ist, dass ein Verlust entsteht.
  • Roll-Over-Funktion: Im Gegensatz zum frühzeitigen Schließen, bietet diese Funktion die Möglichkeit, eine Laufzeit zu verlängern, um einen bereits im Verlust stehenden Trade doch noch zum Gewinn zu führen.
  • Double-Funktion: Wenn sich ein Trade im Gewinn befindet, kann das eingesetzte Kapital während der Laufzeit verdoppelt werden, sodass ein höherer Gewinn erzielt werden kann.

Wer die von den Brokern angebotenen Zusatzfunktionen nutzen möchte, muss sich immer darüber im Klaren sein, dass es diese nicht „umsonst“ gibt. Beispielsweise wird oftmals bei der Early-Closer-Funktion eine geringe Gebühr erhoben. Aus diesem Grund sollten sich Trader vorab über die jeweiligen Features informieren und gut abwägen, ob sie diese nutzen oder auch nicht. Generell wird hierdurch die Rendite geschmälert. Wenn aber sowieso ein Trade im Verlust enden wird, dann ist es immer noch besser „ein bisschen Gewinn“ zu machen, als der Totalverlust.


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