Risiko minimieren: Entwicklung eines persönlichen Handelsplans

Jeder Trader, egal, ob Einsteiger, Fortgeschrittener oder Profi braucht einen persönlichen Handelsplan. Dabei bleibt es grundsätzlich jedem selbst überlassen, wie er diesen erstellt und nutzt. Hauptsache es wird ein Plan erstellt, denn dieser bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

Einer der Hauptvorteile eines persönlichen Handelsplans ist, dass sich hiermit das Risiko wesentlich besser einschätzen und verwalten lässt. Dementsprechend sollten Trader zunächst einmal eine Risikobewertung für Trades erstellen, was beispielsweise so aussehen könnte:

  • 1 bis 2 Prozent des verfügbaren Eigenkapitals gleich geringes Risiko
  • 2 bis 5 Prozent des verfügbaren Eigenkapitals gleich mittleres Risiko
  • 5 bis 20 Prozent des verfügbaren Eigenkapitals gleich hohes Risiko
  • über 20 Prozent des verfügbaren Eigenkapitals gleich sehr hohes Risiko

Es ist immens wichtig, dass sich Trader das Risiko bewusst machen und mit dem Kapital richtig kalkulieren. Dabei darf auch das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) nicht vernachlässigt werden. Berechnet wird das CRV aus dem Verhältnis der möglichen Gewinnchancen und den möglichen Verlusten. Dementsprechend muss das riskierte Geld mit dem potenziellen Gewinn dividiert werden. Sollte zum Beispiel der Einsatz 200 Euro und der mögliche Gewinn 400 Euro betragen, so ergibt sich hieraus ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2 zu 1. Dieser Wert stellt den Maßstab des CRV dar und sollte grundsätzlich bei der Berechnung erreicht werden.

Festlegen von Einstiegs- und Ausstiegskriterien

Wie schon so oft erwähnt, dürfen sich Trader keinesfalls von ihren Emotionen leiten lassen, denn das führt automatisch in den Verlust. Beim Handeln mit Binären Optionen nimmt das Timing natürlich eine bedeutende Rolle ein, denn schließlich muss ein guter Einstiegs- und Ausstiegspunkt festgelegt werden. Das versetzt viele Trader unter Druck. Aufgrund der Stressgefühle kommt es nicht selten vor, dass irrationale Entscheidungen getroffen werden, die fatale Folgen haben können.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Trader ihre persönlichen Einstiegs- und Ausstiegskriterien festlegen und sich strikt an diese halten. Hierzu kann zum Beispiel die Charttechnik benutzt werden, um zunächst den Markttrends zu folgen und erst dann einen Trade zu platzieren, wenn eine bestimmte Voraussetzung erfüllt ist. Dies kann beispielsweise ein signifikanter Widerstand oder eine Unterstützung sein. Wem das zu kompliziert ist, der kann alternativ auch einfach Gewinn- und Verlustlimits festlegen.

Das Gute am Handelsplan ist, dass bereits im Vorhinein alle wichtigen Entscheidungen getroffen und festgehalten wurden. Gerade in Stressphasen ist das enorm wichtig, denn so können mithilfe des Handelsplans die störenden Emotionen ausgeschaltet werden.

Erstellung eines Trading-Tagebuches

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Ein Teil des persönlichen Handelsplans ist auch das Führen eines Trading-Tagebuchs. Mit solch einem Handelsprotokoll können wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen werden. Dabei sollten im Tagebuch alle Trades sowie auch die Gründe für Gewinn oder Verlust eingetragen werden. Mit der Zeit erhalten Trader dann einen hervorragenden Überblick über ihre Tradingaktivitäten in Bezug auf den Handelsverlauf, Erfolge, Fehler und vieles mehr. Wichtig ist natürlich, dass Trader bei der Führung des Trading-Tagebuches ehrlich zu sich selbst sind, denn nur so können sie aus ihren Fehlern lernen und aus den gewonnenen Erkenntnissen eine neue Handelsstrategie entwickeln.

Regeln für den persönlichen Handelsplan

Es ist wichtig, dass Trader ihren Handelsplan selbst erstellen und nicht einfach ein Muster verwenden oder gar einen Handelsplan von einem anderen Trader kopieren. Beim Erstellen des Handelsplans sollten folgende Fragen integriert und beantwortet werden:

  • Was ist meine Motivation, um in den Handel mit Binären Optionen einzusteigen?
  • Wie stehe ich dem realistischen Risiko gegenüber?
  • Wie viel Zeit möchte ich in das Trading investieren?
  • Wie ist mein Wissensstand? Über welche Fachkenntnisse verfüge ich, und wo besteht ein Nachholbedarf?
  • Wie viel Kapital steht mir für das Trading zu Verfügung, dessen Verlust ich ohne Probleme verschmerzen kann?
  • Was möchte ich mit dem Trading erreichen?
  • Wie definiere ich einen persönlichen Erfolg?

Mithilfe dieses „Leitfadens“ können Trader ihre Ziele genau spezifizieren und hieraus entsprechende Strategien ableiten.

Bei der Erstellung des persönlichen Handelsplans sollten weitere wichtige Punkte beachtet werden:

Handelsstil / Handelsstrategie

Im Binäroptionshandel existieren zig Handelsstrategien für kurzfristige, langfristige, offensive, defensive, konservative oder spekulative Anlagen. Nachdem sich Trader mit den wichtigsten Strategien vertraut gemacht haben, sollten sie sich für eine entscheiden und sich strikt an diese halten. Auch dann, wenn es zu Verlusten kommt, sollte zunächst an der Strategie festgehalten werden und nicht gleich zu anderen gesprungen werden.

Handelszeiten

Trader müssen sich unbedingt mit den jeweiligen Märkten vertraut machen und diese kennen. Wenn sich zum Beispiel ein Trader für den Devisenmarkt interessiert, so muss er alles darüber in Erfahrung bringen, lernen und wissen, welche Faktoren den Markt beeinflussen. Je intensiver er sich damit auseinandersetzt, desto höher ist auch der Nutzen.

Bedingungen festlegen

Wie schon zu Beginn des Artikels erklärt, müssen Trader bestimmte Bedingungen wie die Einstiegs- und Ausstiegskriterien festlegen und sich daran strikt halten.

Money- und Risikomanagement

Das Money- und Risikomanagement ist einer der wichtigsten Bausteine des persönlichen Handelsplans. Wichtig ist, dass diese zum persönlichen Handelsstil passen. Wenn ein Trader nicht ganz so risikofreudige ist, sollte er keinesfalls eine risikoreiche Strategie verfolgen, sondern eher eine langfristige und defensive Strategie fahren.

Verwalten von Trades

Hier geht es um die offenen Trades. Trader müssen der Versuchung widerstehen, wenn offene Trades im Verlust stehen, unüberlegte Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel schnell weitere Trades zu eröffnen oder im Verlust stehende Trades zu verlängern. Ebenso muss bei Trades, die im Gewinn laufen, unbedingt vermieden werden, aus der Euphorie heraus, weitere Trades zu eröffnen. Hier kommen wieder die vom Trader festgelegten Regeln zum Tragen, an die er sich strikt halten sollte.

Protokolle

Das Führen eines Trading-Tagebuches bzw. das Protokollieren der Handelstätigkeiten ist enorm wichtig und stellt ein gutes Lerninstrument dar. Trader sollten jede noch so kleine Einzelheit aufschreiben, denn nur so können sie aus ihren Fehlern lernen und ihre Handelsaktivitäten weiter optimieren.

Testen

Im Internet werden zahlreiche sogenannte Backtesting-Module für das Traden angeboten. Hiermit haben Trader die Möglichkeit, ihre aufgestellten Regeln wie die Einstiegs- und Ausstiegskriterien auszuprobieren. Dies geschieht auf der Grundlage von historischen Daten, was als Backtest bezeichnet wird. Alternativ kann natürlich auch ein kostenfreies Demokonto bei einem Binäroptionsbroker genutzt werden. Wichtig ist, dass die ausgewählte Handelsstrategie nicht nur einmal kurz ausprobiert wird, sondern über einen längeren Zeitraum. Nur so können hieraus wichtige Erkenntnisse gezogen und umgesetzt werden. Auch durch diese Methode kann die Handelsstrategie weiter optimiert werden.

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