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Grundlagenwissen: Alles Wichtige über den Forex-Markt

forex_bild1Der Bekanntheitsgrad der Devisenmärkte ist zwar nicht so hoch wie der des Aktienmarktes, jedoch ist er weltweit der größte Markt und weist ein tägliches Handelsvolumen von bis zu vier Billionen US-Dollar auf. Demzufolge werden tagtäglich Währungen gekauft und gleichzeitig verkauft. Gehandelt wird immer mit Währungspaaren, wie zum Beispiel EUR/USD. Dabei wird die erste Währung als Basiswährung und die zweite als Kurswährung bezeichnet. Grundsätzlich werden immer zwei Geschäfte abgeschlossen. So wird beispielsweise für 1 USD 1,1242 EUR bezahlt, was auch als „long“ bezeichnet wird. Der Euro wird hingegen leer verkauft („short“). Mit dem erhaltenen Betrag werden dann USD gekauft.

Im Folgenden geht es darum, Einsteigern im Forex-Handel das Basiswissen über den Devisenhandel zu vermitteln, wozu natürlich auch die Geschichte des Devisenmarktes gehört.

Die Geschichte des Devisenhandels reicht zurück bis in das antike Griechenland zu Zeiten des Hellenismus. Händler trafen sich aus aller Welt in der Hafenstadt Piräus und die damaligen Geldwechsler tauschten die Währungen, die die Händler aus ihrem jeweiligen Land mitbrachten. Die florentinische Familie Medici beschäftigte sich dann intensiv im 16. Jahrhundert um das Währungstauschgeschäft und führte sogar Listen mit unterschiedlichen Währungen.

Im Jahr 1880 begann dann der internationale Devisenhandel, als ausländische Zahlungen auf einem Bankkonto gebucht werden konnten. Mit der Gründung der Weltbank sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) entstanden dann weltweit feste Wechselkurse. Das Bretton-Woods-Abkommen hatte dann im Jahr 1944 einen großen Einfluss auf den Devisenmarkt, als die Schwankungsbreiten der Wechselkurse festgelegt wurden. Im Falle der Über- oder Unterschreitung der Interventionspunkte sind die internationalen Zentralbanken dazu verpflichtet, in das Marktgeschehen sofort einzugreifen, um ein Gleichgewicht wieder herzustellen.

Erst im Jahr 1969 wurden die festen Wechselkurse gelockert und zu Beginn der 70er Jahre kam es zum Block-Floating gegenüber dem US-amerikanischen Dollar. Infolge dessen wurden die festen Wechselkurse von den frei schwankenden Kursen getrennt, wodurch sich das Risiko für die Marktteilnehmer erhöhte aufgrund der großen Marktschwankungen.

In den darauffolgenden Jahren kam es zu mehreren Krisen wie beispielsweise die Schließung der Herstatt-Bank oder der großen Ölkrise im Jom-Kippur-Krieg, weshalb bankaufsichtsrechtliche Neuregelungen ebenso gefragt waren wie effiziente Handelswerkzeuge für das Risikomanagement.

Zu Beginn der 80er Jahre wurde der mexikanische Devisenmarkt geschlossen, was den Anfang der Schuldenkrise in den Entwicklungsländern darstellt. Kurz danach folgten die Argentinien-Krise sowie die Tigerstaaten-Krise, die sich beide auf die Devisenmärkte auswirkten. Hierdurch wurde klar, dass die Devisenmärkte enorm durch staatliche Einflüsse geprägt sind, und zwar anders als bei den Wertpapier- oder Geldmärkten. Gerät also eine Währung in die Krise, greift der Staat oder die Zentralbank in das Geschehen ein.

Institutionalisierung der Forex Devisenmärkte

Handel mit DevisenDer Devisenmarkt wird durch den Devisenhandel institutionalisiert. Im engeren Sinne wird hierunter der Interbankenmarkt ihm Rahmen des Kunden- und Eigenhandels verstanden. Auf der Grundlage anerkannter Handelsusancen handeln hier internationale Kreditinstitute ihre standardisierten Devisengeschäfte. Wiederum bestehen Devisengeschäfte aus den folgenden Geschäften:

  • Devisenkassageschäfte: Hierbei handelt es sich um einen einfachen Währungstausch. Die verkauften Devisen werden vom Verkäufer auf das Käuferkonto geliefert, wozu der Käufer einen bestimmten Gegenwert leistet. Dabei dürfen zwischen Geschäftsabschluss und Erfüllungstag maximal 2 Tage liegen.
  • Devisentermingeschäfte: Diese Geschäftsart dient zur Sicherung gegen das Fremdwährungsrisiko. Es wird vertraglich festgelegt, dass eine Währung gegen eine andere Währung getauscht wird. Ebenso werden im Vertrag ein Erfüllungstermin (bis zu fünf Jahre) sowie der Kurs festgelegt.
  • Devisenswapgeschäfte: Das Swap-Geschäft dient ebenfalls der Kurssicherung und besteht aus einem Kasse- und Termingeschäft.
  • Devisenoptionsgeschäfte: Hier erhält der Käufer das Recht, eine Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt (Termin) und Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Im Gegenzug dazu erhält der Verkäufer eine Optionsprämie vom Käufer. Der Verkäufer verpflichtet sich, die Währung zu liefern bzw. entgegenzunehmen.

Teilnehmer am Devisenmarkt, Handelszeiten und Marktaufsicht

Forex GrundlagenAuf den Devisenmärkten wird inländisches in ausländisches Geld und umgekehrt getauscht, wodurch die Kaufkraft von Währungen beeinflusst wird. Hauptsächlich handeln hier Kreditinstitute, Handelshäuser und große Industrieunternehmen. Aber auch Devisenmakler und private Devisenhändler zählen zu den Marktteilnehmern. Die wichtigsten Marktteilnehmer sind aber die Zentralbanken, die aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen in das Marktgeschehen eingreifen können.

Der Devisenhandel selbst findet größten Teils außerbörslich im sogenannten Interbankenhandel statt. Als Handelsmedium dienen hier hauptsächlich Online-Handelsplattformen. Zentral über eine Börse wird nicht mit Devisen gehandelt. Dabei findet der Handel quasi rund um die Uhr statt, die wichtigste Zeit ist jedoch von sonntags 23.00 Uhr bis freitags 23.00 Uhr.

Eine globale Aufsicht für die Devisenmärkte gibt es bis jetzt noch nicht. Einige Marktteilnehmer werden lediglich auf nationaler Ebene beaufsichtigt, wie zum Beispiel die Bankenaufsicht. In Deutschland ist der Devisenhandel ein sogenanntes erlaubnispflichtiges Bankengeschäft.

Wichtige Währungspaare

Zu den am meisten gehandelten Währungen zählen der US-Dollar (USD), der Euro (EUR), der japanische Yen (JPY), das britische Pfund (GBP) sowie der australische Dollar (AUD). Dabei weisen die höchsten Handelsvolumina die Währungspaare EUR/USD, USD/JPY sowie GBP/USD auf.

Einige Währungen eigenen sich besser für den Forex-Handel als andere Währungen. So weisen beispielsweise der USD und der Euro sehr starke Kursbewegungen auf, die für die Technische Analyse wesentlich besser geeignet sind als exotische Währungen wie beispielsweise das ägyptische Pfund.

Unterschied zwischen Market Maker und Non-Dealing-Desk-Broker

Wer sich dem Forex-Handel widmet, wird sich hierfür einen Forex-Broker suchen. Unterschieden wird zwischen den folgenden Brokern:

  • Market Maker (Dealing-Desk-Broker): Diese Broker stellen eigene Kurse für die Währungspaare. Die Orders werden nicht am Interbankenmarkt ausgeführt, sodass die gestellten Kurse von denen des Interbankenmarkts abweichen können.
  • Non-Dealing-Desk-Broker: Diese Broker beziehen die Kurse von Partnerbanken, die an den Interbankenmarkt angebunden sind. Jedoch stellt jede Bank ihre eigenen Kurse. Der Broker bietet aber seinen Tradern den jeweils günstigsten Kurs an.

Bei den Non-Dealing-Desk-Brokern muss noch zusätzlich zwischen Straight Through Processing (STP) und Electronic Communications Network (ECN) unterschieden werden. Zwar beziehen STP- und ECN-Broker die Kurse für die Währungen vom Interbankenmarkt, jedoch verdienen der STP-Broker am Spread und der ECN-Broker an einer fixen Kommission je Order. Einige STP-Broker verlangen einen fixen Spread, wie zum Beispiel 2 Pips für EUR/USD. Andere Broker arbeiten hingegen mit einem variablen Spread, wie zum Beispiel Interbank-Spread plus 2 Pips. ECN-Broker bieten dagegen immer einen variablen Spread an, da diese schließlich vom Interbankenmarkt stammen. Zudem bieten ECN-Broker einen Einblick in die Markttiefe, sodass Trader direkt sehen können, welche Positionen sich zu welchem Währungskurs im Markt befinden.


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