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Forex-Handel: Hierauf muss unbedingt geachtet werden!

Forex-kaufen-verkaufenForeign Exchange – kurz Forex – beschreibt im Grunde den folgenden Sachverhalt: Sie reisen in ein nicht-europäisches Land und müssen ihr Geld in eine andere Währung umtauschen, zum Beispiel den Euro (EUR) in den US-Dollar (UDS). Für dieses Umtauschen gibt es einen Wechselkurs, womit sie Währungen kaufen und verkaufen. Synonym werden für den Forex-Handel auch die Begriffe Währungstausch oder Devisenhandel verwendet. Dabei ist der Devisenmarkt weltweit der größte und auch liquideste Markt, an dem jeden Tag bis zu vier Billionen USD umgesetzt werden.

Wer sich für den Forex-Handel interessiert, sollte sich zunächst mit den folgenden Begrifflichkeiten auseinandersetzen.

Was sind eigentlich genau Devisen?

Der Begriff stammt aus dem Bankwesen und der Volkswirtschaft. Dabei sind Devisen einfach nur Fremdwährungen bzw. bezeichnet eine Devise das ausländische Zahlungsmittel. Der Devisenhandel selbst bezieht sich auf das vorhandene Kapital, das sich bei den ausländischen Kreditinstituten auf einem Konto befindet. Demzufolge ist der Transfer der Devisen lediglich auf einem elektronischen Weg möglich, weshalb sie auch keinen physischen „Körper“ besitzen. Anders ist das bei Währungen. So können beispielweise ein 20-Euro-Schein oder ein 1-USD-Schein durchaus in den Händen gehalten werden.

Was ist ein Währungskurs?

Indikatoren im Forex HandelDer Währungskurs ist nichts anders, als der Wert einer Währung bzw. zeigt dieser den Preis der ausländischen Währung an. Wenn man zum Beispiel das Währungspaar „EUR/USD 1,13“ nimmt, so erhält man für einen Euro 1,13 USD. Wer sich mit dem Devisenhandel beschäftigt, wird zwangsläufig auch auf den Begriff Devisenkurs stoßen. Dieser ist gleichbedeutend mit dem Währungskurs. Der einzige Unterschied ist, dass der Begriff Währungskurs beim physischen Währungsumtausch und der Begriff Devisenkurs beim elektronischen Devisenhandel verwendet werden.

Welche Bedeutung hat ein Pip?

Der Begriff Pip ist die Abkürzung für „perscentige in point“ und stellt im Forex-Handel die vierte Nachkommastelle des Devisenkurses dar. Sollte zum Beispiel der Kurs des Euros von 1,2410 auf 2,411 steigen, dann ändert sich der Devisenkurs um ein Pip. Somit sind Pips Messwerte für Gewinne und Verluste und sagen etwas über die Kursbewegung aus.

Mit Ausnahme des Japanischen Yen (JPY) beträgt der Wert eines Pips bei den meisten Währungspaaren das 1/10.000-fache der Gegenwährung. Hingegen beträgt der Pip beim Japanischen Yen nur das 1/100-fache.

Der Großteil der Forex-Broker bieten auch kleinere Preisbewegungen an, wie zum Beispiel das 1/100.000-fache der Gegenwährung.

Was ist ein Lot?

Ein Lot ist genau wie ein Pip ein wichtiger Begriff im Forex-Handel. Dieser beschreibt die Menge der Einheiten, die gehandelt werden. Demzufolge wird mit einem Lot eine Position eingegangen. Dabei handelt es sich bei dem Lot um eine Standardmenge und besteht aus 100.000 Einheiten der Basiswährung. Normalerweise werden die folgenden Mengen von der Basiswährung gehandelt:

  • 1 Lot = 100.000 Einheiten der Basiswährung
  • 1 Mini-Lot = 10.000 Einheiten der Basiswährung
  • 1 Micro-Lot = 1.000 Einheiten der Basiswährung
  • 1 Nano-Lot = 100 Einheiten der Basiswährung

Welche Bedeutung hat der Spread?

ForexchartIm Forex-Trading wird grundsätzlich vom Kaufpreis (Briefkurs) und Verkaufspreis (Geldkurs) gesprochen. Es gibt für ein Währungspaar also immer zwei Kurse und die Differenz wird als Spread bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Gebühr, die an den Forex-Broker abgeführt wird. Wenn beispielsweise die beiden Kurse 1,2004 und 1,2006 angegeben werden, so beträgt der Spread zwei Pips.

Die Kosten für den Spread hängen immer von der Marktvolatilität des jeweiligen Währungspaares ab. Neben dem fixen Spread gibt es auch variable Spreads, die vor allem in Märkten mit einer sehr hohen Volatilität weit verbreitet sind. Bei ruhigen Märkten berechnet der Forex-Broker beispielsweise zwei Pips als Spread, während er bei sehr volatilen Märkten einen höheren Spread verlangt, um das Risiko einzupreisen.

Wie funktioniert der Forex-Handel?

Die Marktakteure der Devisen-Handelsgeschäfte sind verantwortlich für die Devisenkurse, die vom Interbankenmarkt gestellt werden. Es handelt sich hierbei um den weltweiten Handel mit Finanzinstrumenten zwischen verschiedenen Kreditinstituten. Aufgrund des immer stattfindenden Terminbörsenhandels sind Währungspaare stets starken Kursschwankungen unterworfen. Dabei handeln die Marktakteure weltweit miteinander am Devisenmarkt auf elektronischem Wege. Eine besondere Prägung erfährt der Markt durch die sogenannten Majors, also die wichtigsten Währungspaare:

  • Euro/US-Dollar – (EUR/USD)
  • US-Dollar/Japanischer Yen – (USD/JPY)
  • US-Dollar/Schweizer Franken – (USD/CHF)
  • Britische Pfund/US-Dollar (GBP/USD)

Es kaufen und verkaufen aber nicht nur private Anleger Währungen, sondern auch große Unternehmen und Banken, die hohe Geldbeträge in eine andere Währung tauschen. Den aber wohl größten Einfluss auf den Devisenhandel haben die Zentralbanken mit ihren Interventionen.

Wie werden im Forex-Handel Gewinne erzielt?

Forex-derivate-auf-goldWenn sich der Währungskurs gegenüber der anderen Währung so verhält, wie es der Trader prognostiziert hat, erhält er eine Rendite. Nimmt der Trader beispielweise an, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar steigen wird, so wird er eine Long-Position buchen. Im anderen Fall, also wenn der Trader davon ausgeht, dass der Euro sinken wird, bucht er eine Short-Position. Renditen können im Forex-Handel also aus steigenden und auch fallenden Kursen erwirtschaftet werden.

Welche Bedeutung haben die Margin und der Hebel?

2ter Forex ChartDer Forex-Handel gehört zu den Hebelgeschäften, weshalb der Forex-Broker eine Margin (Sicherheitsleistung) verlangt. Grund hierfür ist, dass der Verlust wesentlich höher sein kann als das eingesetzte Kapital. Wenn der Broker beispielsweise eine Margin von 1 Prozent fordert und der Trader eine Position mit 1.000 Euro eingehen möchte, so muss er lediglich 10 Euro einzahlen. Über die Margin lässt sich dann auch der maximale Hebel bestimmen. Dieser würde in dem vorgenannten Beispiel 100:1 betragen. Würde die Margin hingegen bei 0,25 Prozent liegen, so wäre der Hebel 400:1.

Gerade die Hebelwirkung (Leverage) macht den Devisenhandel so interessant – aber auch so risikoreich. Bewegt sich zum Beispiel der Kurs des Währungspaares EUR/USD von 1,3145 auf 1,3199, so würde dies einen Kursanstieg von 0,4 Prozent bedeuten. Ohne einen Hebel würde der Gewinn bei einem Einsatz von 1.000 Euro bei 4 Euro liegen. Hingegen kann bei einem Hebel von 100:1 das 100-fache des Kapitals für eine Position genutzt werden. Grundsätzlich gilt hier, dass je höher der Hebel ist, desto höher wird auch das Risiko. Wiederum lässt sich das Risiko aber durch die Zusatzfunktionen Stop-Loss oder Take-Profit relativ gut eingrenzen.

Was sind die Vor- und Nachteile des Devisenhandels?

Vorteile:

  • weltweit größter und liquidester Finanzmärkte
  • Handel direkt unter den Marktteilnehmern mit flexiblen Handelszeiten
  • Profitieren von starken Kursschwankungen
  • Spekulieren auf steigende und fallende Devisenkurse
  • hohe Renditechancen durch den Hebeleffekt

Nachteile:

  • Grundwissen über den Forex-Handel muss vorhanden sein
  • ständige Beobachtung der aktuellen Marktgeschehnisse (hoher Zeitaufwand)
  • sehr hohe Gewinnschwankungen
  • sehr hohes Verlustrisiko
  • Verlust kann das eingesetzte Kapital übersteigen

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