Trader wirft Wüfel in die Luft , Glücksspiel

Binäre Optionen: Glücksspiel, Abzocke, Betrug?

Immer mehr Privatanleger, darunter auch junge Menschen, wenden sich dem Handeln mit Binären Optionen zu und wollen über die Finanzmärkte Geld verdienen. Grund der hohen Beliebtheit sind natürlich die Versprechungen der Broker. Diese suggerieren, dass selbst derjenige, der keine Börsenkenntnisse besitzt, innerhalb kürzester Zeit mit dem Binäroptionshandel reich werden kann. Als weitere Gründe für die zunehmende Beliebtheit sind die geringen Einstiegshürden und Transaktionsgrößen zu nennen, sodass bereits mit kleinem Budget gehandelt werden kann.Da die Gewinnchancen im Binäroptionenhandel quasi bei 50 zu 50 liegen, ist das Trading für Spielernaturen sehr reizvoll, denn schließlich sind solche Chancen im herkömmlichen Glücksspiel meist nicht anzutreffen. Jedoch muss beachtet werden, dass der Gewinn im Handel mit Binären Optionen prozentual vom eingesetzten Kapital geringer ausfällt, als es beim Verlust der Fall ist. Das heißt, dass die 50-zu-50-Chance zwar für Gewinn und Verlust gegeben ist, sich aber automatisch verschlechtert, wenn die gewonnenen Trades prozentual vom eingesetzten Kapital geringer ausfallen, als bei den verlorenen Trades.

Ernsthafte Trader sehen im Binäroptionshandel kein Glücksspiel. Vielmehr weisen erfahrene Trader eine wesentlich höhere Gewinnquote auf, als es beim Roulette der Fall ist, wenn hier auf Rot oder Schwarz getippt wird. Zumal es sich auch hier nicht um eine 50-zu-50-Chance handelt, denn es gibt ja auch die grüne Null.

Funktionsprinzip des Binäroptionshandels

Der Handel mit Binären Optionen (Digitaloptionen) ist eine Richtungsentscheidung in Bezug auf die Kursentwicklung eines Basiswertes (Aktie, Index, Rohstoff, Währungspaar) sowie die Bestimmung der Optionslaufzeit, die unterschiedlich gewählt werden kann.

Wie schon zuvor erklärt, steigen auch Glücksspieler in das Trading ein, ohne dass sie über das notwendige Hintergrundwissen und Börsenkenntnisse verfügen. Es ist ihnen nicht möglich, Handelssignale zu deuten und wetten deshalb einfach blind auf Rot (Call) oder Schwarz (Put). Ja, in diesem Fall würde der Binäroptionshandel tatsächlich zum Glücksspiel.

Wer aber wirklich erfolgreich im Trading sein möchte, der muss die Finanzmärkte und die Einflussfaktoren kennen, die Technische Analyse beherrschen, Chartsignale nutzen und vor allem mit einer Handelsstrategie arbeiten. Hierdurch wird der Binäre Optionen Handel zu einem ernstzunehmenden Finanzinstrument, mithilfe dessen es durchaus möglich ist, kontinuierlich Gewinne zu erwirtschaften.

Steuerliche Behandlung

Der Handel mit Binären Optionen ist bis jetzt noch nicht im deutschen Steuerrecht verankert. Grund hierfür ist unter anderem, dass der Handel für Privatanleger erst seit dem Jahr 2008 möglich ist. Aus steuerrechtlicher Sicht kann noch nicht eindeutig gesagt werden, dass es sich beim Binäroptionshandel nicht um ein Glücksspiel handelt.

Zwar wird dem Handel mit Binären Optionen auch oft der Begriff „Finanzwette“ zugeschrieben, mit Lotto, Sportwetten & Co. hat dies aber nichts zu tun. Experten halten dem Vorwurf, dass es sich um Glücksspiel handelt, entgegen, dass die Gewinnchancen berechenbar sind, und zwar aufgrund dem Aneignen von Fachwissen, dem Anwenden der Technischen Analyse und dem regelmäßigen Üben.

Des Weiteren weisen Binäre Optionen sehr große Ähnlichkeiten zu Optionsscheinen, Differenzkontrakten und Zertifikaten auf, weshalb sie den Termingeschäften zugeordnet werden können. Diese gelten wiederum nicht als Glücksspiel und müssen nach dem Einkommenssteuergesetz auch als Gewinne aus Termingeschäften versteuert werden.

Abzocke vermeiden: Die Regulierungen von Brokern

Wer mit Binären Optionen handelt, der setzt in der Regel viel Geld ein, weshalb die Regulierung von Binären Optionen Broker von besonderer Wichtigkeit ist. Die Zahl der Broker wächst stetig und der Überblick geht leicht verloren. Laien können meist nicht zwischen einem seriösen und unseriösen Broker unterscheiden. So wurde gerade in den vergangenen Jahren häufig über Abzocke und Betrug berichtet.

Die stürmischen Zeiten haben sich gelegt und viele „schwarze Schafe“ haben sich bereits aus der Branche zurückgezogen. Zudem lassen sich die Broker nun auch offiziell regulieren und überwachen, worauf im Folgenden näher eingegangen wird.

Von Seiten des Gesetzgebers gibt es für deutsche Trader keinerlei Einschränkungen im Binäroptionshandel, weshalb sie bei jedem Broker ein Konto eröffnen können – unabhängig davon, in welchem Land der Broker ansässig ist. Jedoch können in anderen Ländern auch andere Gesetz gelten, weshalb man sich stets genau ansehen sollte, in welchem Land genau der Anbieter bzw. das dahinterstehende Unternehmen ansässig ist. Wichtig ist hier auch zu prüfen, welche Regulierungsbehörde zuständig ist.

Der überwiegende Teil der Broker ist auf Zypern ansässig. Grund hierfür sind nicht nur die geringen Unternehmenssteuern, sondern auch die Tatsache, dass Zypern zur Europäischen Union zählt und Anbieter ihre Leistungen überall in der EU anbieten können. Zuständig ist die Regulierungs- und Aufsichtsbehörde Cyprus Securities and Exchange Commission – kurz CySEC, eine unabhängige Institution, die im Sinne und Auftrag der Anleger agiert. Dabei stellt die Basis der Regulierung die sogenannte Markets in Financial Instruments Directive – kurz MiFID dar. Die Gesetzestexte umfassen alle Pflichten, die ein Broker erfüllen muss, worunter zum Beispiel fällt, dass das Vermögen eines Unternehmens nicht die Verbindlichkeiten übersteigen darf oder aber dass das Unternehmen regelmäßig an die CySEC Bericht erstatten muss. Nur bei Erfüllung der zahlreichen Pflichten, erhalten Broker eine entsprechende Lizenz. Beim Verstoß gegen nur eine Verpflichtung, droht der sofortige Lizenzentzug.

Broker ohne Regulierung

Sollte ein Broker keine Lizenz von einer staatlichen Einrichtung besitzen, heißt das aber noch lange nicht, dass dieser unseriös arbeitet. So gibt es durchaus Binäre Optionen Broker, die beispielsweise auf den Malediven ansässig sind.

Es besteht natürlich ein gewisses Risiko und grundsätzlich sollten sich Trader nur an die regulierten Broker halten sollten. Entscheidet man sich trotzdem für einen unregulierten Broker, sollte dieser ganz genau unter die Lupe genommen werden und mithilfe der folgenden Fragen gecheckt werden:

  • Wie heißt das Unternehmen, das hinter dem Broker steht?
  • In welchem Land ist das Unternehmen ansässig?
  • Führt der Broker auf seiner Webseite ein Impressum und Allgemeine Geschäftsbedingungen?
  • Wird auf der Internetseite ein Risikohinweis aufgeführt?
  • Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es?
  • Ist der Broker Mitglied eines Einlagensicherungsfonds?
  • Finden sich in den AGBs Informationen darüber, ob sämtliche Kundengelder getrennt vom Gesellschaftsvermögen verwaltet werden?
  • Wie hoch ist die Mindesteinzahlung? (Sollte keine Mindesteinzahlung oder eine Einzahlung von mehr als 1.000 Euro verlangt werden, ist hier Vorsicht geboten.)

Die Regulierung von Binären Optionen Broker ist mit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des passenden Anbieters und ein Merkmal für die Seriosität. Fehlt eine Regulierung, heißt das aber noch lange nicht, dass es sich hierbei um einen „Abzocker“ handelt. Vielmehr gilt es hier, den Broker ganz genau zu prüfen.


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